Warum braue ich überhaupt?

Online seit 13.04.2017 in Bierbrauen

Es gibt wahrscheinlich genau so viele Gründe, mit dem Bierbrauen zu beginnen, wie es Hobbybrauer gibt. Da meine Motivation einen großen Einfluss darauf hat, wie ich mein Hobby gestalte, hier ein paar Gedanken dazu.

Zunächst einmal muss ich bekennen, dass ich mit dem deutschen Einheitspils noch nie viel anfangen konnte. Es hat mir einfach nie geschmeckt. Als ich noch im Norden gelebt habe, war für mich Altbier das einzig einigermaßen trinkbare Bier. Mit meinem Umzug in den Süden habe ich mich dann mit (vor allem dunklem) Weizenbier angefreudet. Guiness hat mir auch schon immer gemundet, aber als ich in England die Welt der Ales kennen und lieben gelernt habe, musste ich feststellen, dass mein Biergeschmack für deutsche Verhältnisse wohl eher ungewöhnlich ist. In den letzten fünfzehn Jahren konnte ich auf vielen Reisen in die USA dann auch die dortige Kultur der Microbreweries entdecken. Es hat sich für mich eine weite Welt vielfältigen Biergeschmacks eröffnet. Mir ist klar geworden, dass mir vor allem sehr komplexe Biere mit vielfältigen Geschmacksnoten gefallen. Diese Biere dürfen dann auch farbintensiv sein.

Im Sommer 2015 hat in Karlsruhe eine neue Brauerei, die Neuereuter Braumanufaktur eröffnet. Mir hat sehr gefallen, dass der dortige Brauer Klaus Grimberger eine gesunde Mischung zwischen allgemeinverträglichen Bieren und etwas außergewöhnlicheren Kreationen braut. Sein Rotes Ale ist eines meiner Lieblingsbiere geworden.

Ich habe danach noch das eine oder andere Craft-Bier probiert und festgestellt, dass diese Biere allesamt zumindest interessanter schmecken als das herkömmliche Industriebier. Inspiriert von Diskussionen mit Kollegen, die auch ihr Bier selber brauen, habe ich dann für mich irgendwann beschlossen, dass es doch eigentlich auch für mich machbar sein sollte, mir das Bier selbst zu brauen, das mir schmeckt.

Ich war zunächst versucht, das Bierbrauen mit meiner Neigung zum Nerd zu kombinieren und möglichst viel zu automatisieren. Allerdings habe ich schnell festgestellt, dass für mich das Bierbrauen etwas Meditatives ist und die händische Arbeit so viel Spaß macht, dass ich auf die Automatisierung verzichte. Damit verzichte ich bewusst auf die Wiederholbarkeit beim Geschmack, die für kommerzielle Bierbrauer so wichtig ist. Ich möchte vor allem beim Bierbrauen lernen und experimentieren und dann hoffentlich Biere brauen, die mir und vielleicht noch dem Einen oder Anderen schmecken.