Aller Anfang ist schwer...

Online seit 15.04.2017 in Bierbrauen

... besonders beim Bierbrauen. Zumindest ist es mir so ergangen. Ich habe zwar schon immer irgendwie Bier getrunken, die Herstellung dieses Getränks hatte auf mich immer den Eindruck von Zauberei gemacht. Als ich dann den Entschluss gefasst hatte, mein eigenes Bier herzustellen, wurde es zunächst erst mal nicht besser. Als Neuling ist man erst mal mit einer eigenen Sprache konfrontiert. Zusätzlich ging es mir als Anfänger erst mal so, dass ich überhaupt keine Vorstellung hatte, was beim Bierbrauen eigentlich passiert und wie aus Gerste, Hopfen, Wasser und Hefe ein so schmackhaftes Getränk werden kann.

Im Internet finden sich sehr viele Informationsquellen, die einem Anfänger eigentlich helfen könnten. Allerdings ist es sehr leicht, sich in der Vielfalt der Informationen zu verlieren. Besonders, weil an vielen Stellen gerade die Anfängerfragen nur müde belächelt werden und man sich schwerwiegenden Detailproblemen beim Brauen widmet. Auch habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich keine hilfreichen Antworten bekommen habe, weil ich nicht einmal wusste, wie ich die richtigen Fragen stellen muss.

Dabei ist das Bierbrauen keine Hexerei, wenn man die Grundlagen einmal verinnerlicht hat. Und die Schritte zum sprudelnden, alkoholhaltigen Getränk sind gar nicht so kompliziert.

  1. Aus Gerste wird Gerstenmalz gemacht. Dabei wird das Korn nur kurz zum Keimen gebracht, damit Enzyme entstehen, die später notwendig sind, um die Stärke in der Gerste in Zucker umzuwandeln. Die Keimung wird schnell wieder unterbrochen und das Malz getrocknet. Je nach Bedingungen beim Trocknen (Dauer, Temperatur) gibt es unterschiedliche Malze, die sich in Farbe und Aroma unterscheiden.
  2. Das Gerstenmalz wird mit Wasser vermischt und aufgeheizt. Bei verschiedenen Temperaturen lässt man die Enzyme ihre Arbeit machen und die Stärke im Malz in Zucker umwandeln. Bei diesem Prozessschritt spricht man in der Brauersprache vom Maischen. Es gibt verschiedene Temperaturen bei denen die Umwandlung am besten funktioniert. Diese Temperaturen werden für gewisse Zeiten eingehalten. Das nennt man dann rasten.
  3. Jetzt hilft die Zuckerpampe beim Brauen nicht wirklich weiter. Irgendwie muss man jetzt das Getreide loswerden. Dieser Arbeitsschritt heißt Läutern. Dabei wird die entstandene Zuckerlösung (die Würze) aus dem Getreidebrei (dem Treber) herausgefiltert. Der Treber selbst bildet dabei den Filter aus dem dann noch der Zucker herausgespült wird. Hierzug gibt man noch heißes Wasser (Nachguss) auf den Treber (Anschwänzen) und zwar solange, bis die gefilterte Zuckerlösung die gewünschte Zuckerkonzentration (Stammwürze) hat. Die Stammwürze bestimmt ziemlich direkt den späteren Alkohlgehalt des fertigen Bieres.
  4. Bevor aus der Würze ein echtes Bier werden kann fehlt noch der Hopfen. Im nächsten Schritt wird also die Würze in einem Behältnis (der Würzepfanne) zum Kochen gebracht und der Hopfen wird hinzugegeben. Sowohl die Art des Hopfens als auch der Zeitpunkt der Zugabe bestimmen über Bitterkeit und Aroma des Bieres. Grundsätzlich gilt, je länger der Hopfen mitgekocht wird, desto mehr trägt er zur Bitterkeit bei, je kürzer desto mehr zum Aroma des Bieres. Die Kochdauer beträgt ca. anderthalb Stunden. Es ist wichtig, dass die entstehenden Dämpfe abziehen können.
  5. Die mit Hopfen versetzte und fertig gekochte Würze (Ausschlagwürze) ist die Arbeitsgrundlage für die Hefe, unser Bier herzustellen. Bei der Gärung spaltet die Hefe den Zucker in der Würze in Alkohol und CO2 auf. Wenn nach einiger Zeit alle vergärbaren Zucker umgewandelt sind, ist das Bier schon fast ein echtes Bier.
  6. Für ein richtiges Bier fehlen noch Kohlensäure und ein guter Geschmack. Deshalb muss zum Schluss noch über eine von vielen Möglichkeiten das Bier mit Kohlensäure versehen werden und reifen.

Das Verständnis dieser Schritte hilft, für sich selbst die geeignete Vorgehensweise zu finden. Für jeden dieser Schritte gibt es unzählige Möglichkeiten und Diskussionen darüber, was besser ist. Ich kann hier nur appellieren, sich zu trauen eigene Erfahrungen zu machen. Die Faktoren, die eine Rolle für die Wahl der Vorgehensweise spielen, sind vielfältig. Geld, räumliche Möglichkeiten, geschmackliche Vorlieben sind nur drei davon.

Ich stelle in weiteren Artikeln meine Art zu brauen vor, ohne sie für die allgemeinen beste zu halten, sondern für die am besten zu mir passende.